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Handbuch Internet - Leseproben



Anstelle eines Vorworts
Internet Service Provider - "drum prüfe, wer sich ewig bindet ..."
Grellbunt und viele, viele Bilder.
Mediadaten - Analyse und Bewertung
Glossar (Einleitung)


Grellbunt und viele, viele Bilder.


Es war einmal ein turkmenischer Hirte. Er lebte in einem wunderschönen Gebirgstal. An sich hatte er alles, was ein Turkmene braucht, um glücklich zu sein. Aber der Hirte wurde von einer tiefen Unruhe heimgesucht. Doch konnte er nicht sagen, woher diese Unruhe kam, was er eigentlich wollte, wohin sie ihn zog.
Eines Tages sah er einen Silberstreifen am Horizont, und da wußte er, dorthin, zum Silberstreifen, dorthin wollte er. Unverzüglich machte er sich auf den Weg, verließ sein schönes Tal, wanderte durch prächtige Landschaften mit fetten Wiesen und reichen Äckern, überschritt mächtige Berge und durchquerte weite Ebenen. Keine noch so reiche Stadt konnte ihn locken und kein noch so schönes Tal.
Dem Silberstreif am Horizont kam er indes nicht einen Schritt näher. Stop. Halt. Pause ..... falscher Anfang.

Am Anfang war das Wort.
Dann ersannen ein paar helle Köpfe des Pentagon das Internet. Und Millionen Nanosekunden später erfanden Wissenschafter des CERN die grafische Oberfläche des WWW. Von nun an sollte alle Welt an aller Information gleichberechtigt teilhaben. Sagt man. Sagen alle
Der wahre Kern dieser Erfindung liegt allerdings im Verborgenen. Denn es geht überhaupt nicht darum, den Zugang zu irgendwelchen Informationen zu erleichtern, sondern einzig und allein darum, sämtliche Grafiker dieser Welt in den Wahnsinn zu treiben.
Der geneigte Leser mag jetzt erstaunt aufhorchen. Warum? Wieso? Wie das? Nun. Bis zur Erfindung der grafischen Oberfläche des WWW war die Darstellung alles Wissens- und Unwissenswertes recht einfach. Man nahm ein Blatt Papier und setzte irgendwas irgenwohin, Punkt. Das blieb dann auch dort. Schöne Bilder, Grafiken und Texte. Vor allem Texte, in Form von "ultrageilen" Schriften. Millionen Schriften gibt es bereits, eine wahre Pracht (eigentlich ist es ja schon eine Qual, aber lassen wir das jetzt beiseite).
Und was tut diese saublöde Oberfläche am Computer? Sie ist variabel. Ist der Monitor des werten Internauten oder Surfers - was immer Sie lieber haben - ein größerer, stehen die Dinge da. Ist er kleiner stehen die Dinge dort. Ist die Auflösung des Bildschirms jene, sieht das Bild ganz anders aus, als auf einem Bildschirm mit einer anderen Auflösung.
Und die Schrift, die "Fonts"? Die kann sich der Internaut selber auswählen. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: selber auswählen! Denkt der Grafiker in kleinen Buchstaben, sitzt der Internaut - ich wähle diesen Ausdruck - sicher an einem Gerät mit fetten, übergroßen Fonts in den Settings. Der Grafiker denkt in einer klaren einfachen Schrift, der Internaut wählt eine verschnörkelte, eine mit vielen, vielen Serifen. Qualen ohne Ende. Zum Glück gibt es die Bilder - und Grafiken selbstverständlich. Die bleiben, wie sie sind. Doch das Netz schlägt erbarmungslos zu.
Wer jemals in einem Grafikbüro gewesen ist, weiß, die dort sprechen nicht von Bits und Bytes, sondern von Gigabytes. Und Gigabytes am Netz? Das Telefonnetz ist ein dünnes, weltweit zwar, aber dünn. Und große Dateien haben den Nachteil, daß sie zwar durch dieses dünne Netz durchgehen, aber nur sehr, sehr langsam. Bitte warten!
Nichtsdestotrotz, Bilder sind auf jeder Seite. Viele Bilder. Der Internaut mag's bunt. Und in der Zwischenzeit stehen dem Grafiker auch schon ausgeklügelte Technologien zur Seite. X verschiedene Arten von Komprimierungsmethoden, und bevor die eine noch ausgereift ist, gibt es schon die nächste oder sie wird angekündigt!
Angekündigt wird überhaupt sehr viel rund um das Netz - von allen Seiten. Wahre Wunderdinge werden da prophezeit. Noch bessere Komprimierung von Bilddateien, vom Gestalter festgelegte Schriften (hurra!), eine friedliche Welt, Wissen für alle und Fernsehen.
Apropos Wissen - für alle oder nur für mich, wie auch immer -: Bei all der Prophezeierei fehlt mir ein wenig die Auseinandersetzung, wie das Netz jetzt, mit seinen zur Verfügung stehenden - mag sein auch einfachen - Mitteln genützt werden könnte. Wie man es mit den bestmöglichen - in diesem Fall schnellstmöglichen - Mitteln ausreizt und Wissenswertes in ansehbarer Form vermittelt. Aber nur weil's mir fehlt ?
Übrigens: Mein Freund Erich hat mir erzählt, daß im antiken Griechenland ein heute sehr berühmter Mann, bei der Beobachtung des Sternenhimmels in den Brunnen gefallen ist. Eine dralle, lebenslustige Magd hat ihn gefunden und ausgelacht. Vieleicht hätte er bisserl, ein kleines bisserl mehr auch auf die nähere Umgebung schauen sollen.

Gerald Y. Plattner, Quintessenz


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Mediadaten - Analyse und Bewertung


Seit Jänner 1995 hat sich die Anzahl der im Internet vertretenen Tageszeitungen verzwanzigfacht: In Europa sind derzeit über 300 Titel online, vor 20 Monaten waren es nur 15. Auch weltweit hat sich in diesem Zeitraum die Auswahl von 80 auf über 1400 erhöht. Österreich liefert mit einigen Tageszeitungen und Zeitschriften im Internet auch seinen kleinen Beitrag.
Trotz dieses Booms ist es bisher nicht gelungen, ein Meßverfahren zu entwickeln, um Mediadaten für die neuen Medien zu erhalten. Zwar lassen sich in Online-Diensten die Zugriffe sehr genau messen, allerdings gibt es keinerlei Standardverfahren, mit denen die gewonnenen Daten mediatechnisch aufbereitet und vergleichbar gemacht werden können, wie dies z.B. bei klassischen Medien mit Brutto- und Nettoreichweiten erfolgen kann.
Ein weiteres Problem, um zuverlässige Daten zu erhalten, ist die Abrufadresse, hinter der eine Person oder viele Mitarbeiter einer Firma stehen können. Große Unternehmen oder Institutionen wie z.B. Universitäten laden alle Seiten einer Online-Zeitung jeden Tag in ihren zentralen Rechner, und von dort holen sich die User offline die Homepage. Vom Anbieter kann aber nur der erste Abruf gezählt werden, weil jeder weitere vom Server im Haus bedient wird. Daher kann die Anzahl der Abrufe nicht genau bestimmt werden.
Firmen und Agenturen, die in Online-Medien werben wollen, erwarten aber genaue Mediadaten und auch Informationen, wo sie ihre Zielgruppe erreichen können. Daher denken Gfk-Medienforschung und Nielsen in Deutschland auch daran, ein eigenes Internet-Panel mit 15.000 bis 20.000 Online-Nutzern aufzubauen. In Österreich müßten etwa 2.000 Haushalte erfaßt werden, doch gibt es noch keine ernstzunehmenden Ansätze, die Nutzergewohnheiten von Internet-Usern untersuchen zu lassen.
Daher sind die Preise, die für ein Inserat in einem Cybermedium zu zahlen sind, derzeit noch nicht klar strukturiert, und der Nutzwert einer Online Werbung für die Inserenten ist oft nicht erkennbar.

Meßeinheiten, die derzeit diskutiert werden oder bereits eingeführt sind:

Hits: Anzahl der Daten (Bilder, Text etc. ), die abgerufen werden müssen, um eine komplette Seite zu sehen
Qualified Hits: Anzahl der realen Zugriffe
Pages: Seitenabrufe insgesamt
Pageview: Anzahl der Abrufe einer kompletten Seite in einem bestimmten Zeitraum
Pageview Length: die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Seite
Unique Users: Netto-Nutzer, die Anzahl unterschiedlicher Nutzer in einem bestimmten Zeitraum
AdViews: Anzahl der gesehene Anzeigen
AdClicks: Anzahl der angeklickte Anzeigen
AdClick Rate: Prozentsatz der Nutzer, die eine Anzeige gesehen und angeklickt haben
Session Length: Nutzungsdauer pro Besuch

Quelle: W&V (Werben und Verkaufen) News, München, April 1996, Hamburger Marktforschungsinstitut Nielsen.

Gerlinde Hinterleitner, Der Standard


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Glossar

Aus unerfindlichen Gründen entstehen immer wieder - abgesehen von den Fachausdrücken, die notwendig sind, um eine Sache oder einen Vorgang präzise zu benennen - sogenannte "three-letter-abbreviations". Diese Spezies scheint eng verwandt mit der gefräßigen Gruppe der Sprachviren. Sie vermehren sich ab der kritischen Zahl von zwei Personen rasend schnell und dienen - ja wozu? Vielleicht dazu, die Eingeweihten von den noch nicht Infizierten leichter abzugrenzen, möglicherweise sind sie aber auch aus reinem Selbstzweck entstanden, aus der puren Lust an der Abkürzung selber.
Neben den Abkürzungen entwickelt jedoch jeder Bereich auch seine eigene Fachsprache. Mit eigenem, neuem Vokabular, seltsamen Sinnverdrehungen alteingesessener Wörter und allgemein unverständlichen technischen Ausdrücken. Wir hoffen, Ihnen mit diesem Glossar eine kleine Hilfestellung - auch zum besseren Verständnis des Mediums und seiner Wirkungen - zur Verfügung zu stellen.
Einer der maßgeblichen Bestandteile des WWW ist der Hyper-Link, die Möglichkeit, von einem definierten Punkt aus einen anderen per Mausklick zu erreichen. In den meisten Web-Browsern werden diese Hyper-Links im Text durch Unterstreichen des betreffenden Wortes kenntlich gemacht. Würden Sie diese Zeilen jetzt gerade auf einem Monitor lesen, brächte Sie z.B. ein Anklicken des Wortes Inhaltsverzeichnis automatisch zu den entsprechenden Seiten. Dieser Tradition folgend, finden Sie innerhalb des Glossariums auch einige unterstrichene Wörter, die, richtig geraten, darauf hinweisen sollen, daß sich zu dem unterstrichenen Wort ein weiterführender Eintrag finden läßt.

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