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Handbuch Internet - Leseproben



Anstelle eines Vorworts
Internet Service Provider - "drum prüfe, wer sich ewig bindet ..."
Grellbunt und viele, viele Bilder.
Mediadaten - Analyse und Bewertung
Glossar (Einleitung)


Anstelle eines Vorworts

"Just you can't see it, doesn't mean it isn't there."

Schon die sogenannte Realität ist teilweise schwer verständlich. Wenn wir dann eine Wirklichkeit nur unter Beiziehung technischer Hilfsmittel "erleben" können, gestaltet sich eine Beurteilung noch ein wenig schwieriger. Die künstlichen Welten existieren - zumindest versuchen manche Medien uns dies zu suggerieren - und haben beträchtlichen Einfluß auf die greifbare Umgebung. Aber woher weiß ich, ob es sich überhaupt auszahlt, sich damit zu beschäftigen? Was wollen all diese Figuren, die, in fremden Zungen redend, die Lufthoheit über den Stammtischen erobern? Und wenn ich jetzt schon einen Internet-Anschluß habe, wie nutze ich ihn optimal?
Das "Handbuch Internet" soll hier einen Überblick verschaffen. Sowohl für diejenigen, die sich noch nicht näher mit dem Netz beschäftigt haben, als auch für Menschen, die sich nach einer Eingewöhnungsphase nun intensiver mit dem Internet und seinen vielfältigen Möglichkeiten auseinandersetzen wollen.
Dieses Handbuch besteht aus drei Teilen: Erstens einer umfassenden Einführung in die verschiedenen Bereiche des Netzes, vom Einstieg für den persönlichen Gebrauch über Sicherheitsfragen bis hin zu einer rechtlichen Betrachtung, Erfahrungsberichten von verschiedenen Anwendern und vielem mehr für Einsteiger und Fortgeschrittene. Der zweite Teil beinhaltet alle Adressen für einen optimalen Umgang mit dem Netz. Alle Service Provider Österreichs, die Web-Agenturen, Schulungsunternehmen, Online-Medien und Internet-Cafés sind hier zu finden. Als Abschluß finden Sie ein umfangreiches "Lexikon des Interwelsch", ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen und Abkürzungen rund ums Netz.
Natürlich können niemals alle Aspekte eines so umfassenden Gebiets erfaßt werden, und aufgrund der rasanten Entwicklung im Netz ist das, was heute neu ist, morgen alt. Die Autoren und Herausgeber haben versucht, die für Sie günstigste Zusammenstellung aus aktuellen Daten und allgemeingültigen Regeln zu finden. Sollten Sie dennoch irgendeinen für Sie wichtigen Bereich vermissen, senden Sie uns doch bitte ein Mail. Vielen Dank.
Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen und Surfen!

Ihr Handbuch Internet Team


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Internet Service Provider

"drum prüfe, wer sich ewig bindet ..."
Wie die Schwammerln im Herbst schießen die Provider aus dem Boden. Konkurrenz drückt auf die Preise. Grund zum Jubeln für alle Internet-Süchtigen und solche, die es vielleicht noch werden wollen?
Wo viel Licht, ist auch manch Schatten, und der Vergleich mit den Schwammerln hält auch hier stand: Man hüte sich vor den giftigen, die sich geschickt darunter verbergen ...
Grund genug also, sich einmal mit dem Thema "Internet Service Provider" näher zu befassen.

Ein Internet Service Provider - was ist das eigentlich?
Sie haben Ihren Computer für zu Hause erstanden, ein passendes Modem dazu, die Software ist konfiguriert und funktioniert (angeblich), den ganzen Telefonanschluß nennen Sie schon länger Ihr eigen. Also auf ins Internet ...
Ja, wie denn? Wen ruft Ihr Modem an, um Ihnen den gewünschten Anschluß zu geben? Hier kommt er ins Spiel, der Internet Service Provider, oder auch kurz ISP genannt.

Kurz zusammengefaßt, bietet Ihnen ein ISP folgendes an:
Eine Gegenstelle für Ihren Rechner, die die Verbindung zum Internet herstellt (Modem, ISDN, Standleitung),
einen sogenannten Account, der Sie einerseits berechtigt, diesen Anschluß zu benutzen, Sie andererseits natürlich auch Geld kostet,
und nicht zuletzt Service, um Ihnen bei auftretenden Problemen zu helfen.

Bevor Sie die Details der folgenden Seiten völlig in Verwirrung stürzen, möchte ich mich kurz über einige dieser Punkte verbreiten. Ich hoffe, Sie begleiten mich dabei.

Eine Gegenstelle für Ihren Rechner, die die Verbindung zum Internet herstellt
Klingt ja einfach? Ja schon, aber ... hier wie überall anders auch heißt’s: Vorher genau schauen spart späteren Ärger und Kosten. Also auf zu den Details:

Ist der ISP in Ihrem Ortsnetz erreichbar?

Wenn irgendwie möglich, nehmen Sie eher einen schwächeren Provider, der über eine Nummer in Ihrem Ortsnetz erreichbar ist, als einen stärkeren, bei dem sich allerdings die Post mit hohen Telefongebühren beteiligt. Viele ISPs bieten bereits Zugänge in zahlreichen Orten an, manche auch Einwahl in ganz Österreich zur Ortsgebühr.

Welche Modems, und wie viele (freie) Telefonleitungen hat Ihr Zukünftiger (ISP)?
Modem ist nicht gleich Modem, es gibt schnellere und langsamere, ja es gibt sogar vereinzelt Exemplare, die sich mit anderen nicht vertragen. Fragen Sie den Provider ruhig nach seiner technischen Ausstattung und bestehen Sie auf genauer Auskunft. Wird sie Ihnen verweigert, sollte das zumindest zu denken geben. Als Regel gilt: Derzeit (Herbst 1996) sind 33.600 bps (V34+) "state of the art", zumindest jedoch 28.800, und ein ISP, der auf sich hält, sollte keine 14.400 oder gar darunter mehr betreiben.
Als gute Alternative präsentiert sich mehr und mehr ISDN, das eine digitale Verbindung bietet und genauso wie ein Modem funktioniert - Sie brauchen keine andere Software, nur ein anderes "Modem" (es handelt sich technisch nicht um ein Modem, sondern um einen sogenannten "Terminaladapter").
Dasselbe gilt für die Anzahl der Telefonleitungen. Der schönste und beste Anschluß hilft Ihnen gar nichts, wenn Sie immer nur das Besetztzeichen hören. Fragen Sie auch hier gezielt nach, vielleicht kann Ihnen dieser Hinweis von Nutzen sein:


Bei der Kalkulation, wie viele Leitungen ein Provider benötigt, spricht man von dem sogenannten "Überbuchungsgrad". Das ist das Verhältnis der Anzahl Kunden, die ein ISP an einem Einwahlknoten hat, zu der Anzahl dort vorhandener Telefonleitungen. Gute Provider haben schlechtestenfalls einen Überbuchungsgrad von 1:15, es kommen also maximal 15 Kunden auf ein Modem. Das mag viel klingen, aber in der Praxis hat sich gezeigt, daß auch bei einem Verhältnis von 1:20 das Besetztzeichen noch relativ selten erklingt. Schlechter als 1:20 sollte es aber keinesfalls sein.

Sie wollen kein Modem, sondern eine Standleitung?
Eine Standleitung bietet Ihnen einen Anschluß ans Internet rund um die Uhr und noch mehr: Nicht nur Sie können ins Netz, das Netz kann auch zu Ihnen.
Das ist einerseits von Vorteil, wenn Sie selbst Dienste wie Web-Server anbieten wollen, bringt auf der anderen Seite aber auch Gefahren mit sich: Sie müssen sich überlegen, wie Sie Ihr Netzwerk gegen unbefugte Zugriffe von "außen" sichern können, beispielsweise durch Einsatz von sogenannten "Proxies" oder "Firewalls".
Für den Fall, daß Sie sich für eine Standleitung interessieren, sollte aber besonders der nächste Punkt für Sie von besonderem Interesse sein.

Welchen Internet-Zugang hat der ISP selbst?
Das mag für manche seltsam klingen, ist aber schon oft Grund für beträchtlichen Ärger gewesen.
Stellen Sie sich bitte einmal das Internet als eine Art Spinnennetz zwischen sehr vielen Rechnern (Servern) vor. Jeder Rechner hat mit einem oder mehreren anderen Servern Verbindung. Die Schnelligkeit des Datentransfers hängt von der Qualität (Bandbreite) dieser Verbindungen ab.
Ihr ISP ist einer dieser vielen Server im Netzverbund. Sie können nie schneller ins Netz als der ISP es selbst kann - und noch dazu teilen Sie sich die Bandbreite mit allen anderen Kunden.
Natürlich kostet Bandbreite Geld, deswegen werden ISPs mit starken Verbindungen teurer sein, solche mit weniger starken billiger. Sie sollten sich für einen ISP entscheiden, der einen guten Kompromiß zwischen gewünschter Zugangsstärke und Kosten bietet.
Vermeiden Sie allerdings krause Konstruktionen wie diese, die tatsächlich existiert und die ich Ihnen schon aus Unterhaltungsgründen nicht vorenthalten möchte: Ein Provider im guten Mittelfeld, der mit derzeit 256 kBit Bandbreite ans Netz angeschlossen ist, vermietet auch Standleitungen, unter anderem auch 64 kBit an einen weiteren Provider. Dieser, ausgerüstet mit einer schon eher geringen Bandbreite, wittert das Geschäft seines Lebens und vermietet seinerseits Standleitungen zu 64 kBit. Dessen Kunden werden nicht mehr glücklich sein, zahlen sie doch bereits für eine Leistung, die schon rechnerisch nicht mehr zu erbringen ist. Leider ist jedoch einer dieser Kunden wieder ein Provider ... Weiteres können Sie sich, glaube ich, selbst ausmalen.

Der Account:
Geld gegen Leistung
Sind schon im technischen Bereich die Unterschiede beträchtlich, wird die Verwirrung in der Regel beim Evaluieren der einzelnen Accounts weiter gesteigert. Unbeschränkte Angebote gegen zeitlich limitierte, günstige Reduktion auf einzelne Services ... Hier heißt es genau abschätzen, was Sie wollen und welche Nutzungsintensität Sie für sich selbst projektieren. Ein Tip - gehen Sie eher von mehr als von weniger Anschlußzeit aus. Die Praxis zeigt, daß ein Internet-Starter nahezu doppelt soviel Zeit online im Netz verbringt, als er selbst vorher geschätzt hätte.
Fußangeln in diesem Dickicht sind zeitbegrenzte Accounts, die Überzeit teuer verkaufen. Es ist schon vorgekommen, daß die Wahl des falschen Accounts einen Kunden in einem Monat über öS 3.000,- "Strafgebühr" beschert hat. Falls Sie sich also für einen zeitlich limitierten Account entscheiden, achten Sie genau auf Ihre Anschlußzeiten. Berechnen Sie vorher den Punkt, an dem die Gebühren für Zusatzzeit die Kosten des nächsthöheren Accounts erreichen, und wechseln Sie beizeiten.

Service und Support:
die Hotline
Es gab und gibt keinen Kunden eines ISPs, der noch nie Probleme beim Zugang hatte. Spätestens in diesem Fall brauchen Sie die Telefonnummer der Hotline.
Es ist naheliegend, daß ein Support-Vergleich hier ausschließlich durch Mundpropaganda weitergegeben werden kann. Es gibt kaum geeignete objektive Kriterien, um die Qualität einer Supportabteilung zu beurteilen. Daher - fragen Sie andere, die bereits Kunden sind, und hüten Sie sich vor ISPs, die kein eigenes Support-Telefon betreiben. In der Regel kann Ihnen das Sekretariat im Problemfall nicht weiterhelfen.

Viel Glück ...
brauchen Sie nicht, nur ein wenig Geduld. Entscheiden Sie sich nicht in der ersten Euphorie, rechnen Sie die Angebote durch.
Eine Bitte zum Abschluß
Nichts auf dieser Welt ist fehlerfrei, das gilt ganz besonders für das Internet und auch Ihren Provider. Die technische Konstruktion des Netzes ist komplex, und es ist nicht immer möglich, einen technisch einwandfreien Zugang aufrechtzuerhalten. Sie werden lernen müssen, mit Verbindungsausfällen und längeren Wartezeiten zu leben - nicht immer ist Ihr Provider daran schuld.
Danke, daß Sie mich auf dieser kurzen Tour begleitet haben. Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der Wahl Ihres Providers. Wir sehen uns im Netz ...

Ernest E. Vogelsinger,
netSphere Austria


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